Der Gasballon darf nicht fehlen, wenn man die Einzelheiten des Ballonfahrens beleuchtet. Er ist ebenso alt wie der Heißluftballon. Nur wenige Tage nach dem ersten bemannten Aufstieg eines Heißluftballons gelang es Professor Charles im Dezember1783 mit einem Gasballon den Erdboden zu verlassen. Für die erst wenige Tage alte Ballonfahrt bereits eine Revolution, denn sofort wurde deutlich, dass der Gasballon dem Heißluftballon weit überlegen war.

In 2,5 Stunden legte er 43 Km zurück. Dies war mit einem Ballon der "heißen Zunft" damals nicht machbar. Darum verschwand der Heißluftballon, gerade erst erfunden, schon bald wieder von der Bildfläche.

Das größte Problem für Professor Charles war es, "brennbare Luft", wie man Wasserstoffgas damals bezeichnete, in ausreichender Menge herzustellen. 

Die damaligen Vorzüge des Gasballons haben auch heute noch ihre Gültigkeit. Lange in der Luft zu bleiben und dabei große Strecken zurückzulegen, das ist das Reizvolle bei Gasballonfahrten. Durchgeführte Rekordfahrten dauern mehrere Tage, die Piloten legen dabei weit über 1000km zurück.

Da Gasballone wie gesagt mit Wasserstoff gefüllt werden, können sie wesentlich kleiner als Heißluftballone sein, da Wasserstoff eine Dichte von nur 0,085 Kg/m³ hat (Heißluft 0,950 Kg/m³) und daher um ein Vielfaches leichter als Heißluft ist. Die Tragkraft ist also deutlich höher. Gasballone haben ein Volumen von 1000-1600 m³. Ein Großteil des Tragkraftvorteils von Wasserstoff geht durch das größere Gewicht der Hülle verloren. Die Hülle eines 1600 m³ Gasballons wiegt ca. 360 Kg. Das ist das dreifache Hüllengewicht eines Heißluftballons. Auch der mitgeführte Ballast-Sand geht natürlich zu Lasten der verbleibenden Tragkraft.

Die Startplätze liegen bevorzugt in unmittelbarer Nähe von Produktionsstätten der Chemischen Industrie, bei denen Wasserstoff bei der Produktion anfällt. Über Rohrleitungen wird es dort bis zum Startplatz geführt. Das Befüllen und Aufrüsten eines Gasballons nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Dies müssen ausgebildete Ballonmeister tun, denn der Umgang mit Wasserstoff sowie der ganze Aufrüstvorgang bedarf eingehender Kenntnisse. Alles in allem eine recht aufwendige Angelegenheit. Der Preis des Füllgases gestaltet dieses Vergnügen nicht gerade billig. Besonders dann, wenn es mit einem Tankfahrzeug zum Startplatz geliefert muss. Gasballonfahrten bedürfen einer umfassende Vorbereitung und Organisation.

Während der Fahrt wird die Regulierung der Höhe durch Ablassen von Gas und Abwerfen von Ballast-Sand vorgenommen. Dies kann nicht beliebig oft durchgeführt werden, da mit dem Ballast sparsam umgegangen werden muss. Eine einmal eingeleitete Landung kann nur abgebrochen werden, wenn noch genügend Ballast zum Abwurf vorhanden ist.

Die Tatsache, dass sich eine Fahrt mit dem Heißluftballon wesentlich einfacher und billiger gestaltet, erklärt den Boom, den der Heißluftballon seit den 80er Jahren erfahren hat.

In Deutschland dürfte die Zahl der zugelassenen Gasballone weit unter 100 liegen, hingegen gibt es ca. 1400 Heißluftballone.